Klassik Schweiz - Suisse classique - Swiss classic

Das Swiss-Classic-Journal
Gstaad - Saanenland "Sommets musicaux"
2012
2010 Alle Freiheit den Solisten
2011 Eine CD-Aufnahme als Karrierestart
2012 Winterliche Talentschmiede
2012
Winterliche Talentschmiede
Die „Sommets musicaux“ im winterlichen Saanenland bringen dem Publikum einerseits hochkarätige
Konzerte mit bekannten Solisten, andererseits jungen Talenten einen Auftritt und die Chance, eine CD
mit Orchester zu produzieren.
Daniel Andres
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Dieses Jahr wurden acht junge Geigerin-nen und Geiger eingeladen. Ihre Konzerte finden jeweils am Nachmittag in der klei-nen Kapelle von Gstaad vor einer interes-sierten Zuhörerschaft statt. Die weltbe-kannte Geigerin und Pädagogin Dora Schwarzberg berät die 15- bis 20-jährigen Jungartisten ohne ihnen einen eigentli-chen Kurs zu geben. Neu in diesem Jahr hat der Berner Komponist Jean-Luc Dar-bellay für jeden Teilnehmer dieser Kon-zertreihe eigens ein Stück geschrieben, das in die sonst ganz unterschiedlichen Programme eingefügt wird.
Arbeit mit dem Komponisten
Jeden Vormittag probt der Komponist mit den Violinisten das Stück für den Nachmit-tag. Selbstverständlich haben die Geiger wie die begleitenden Pianistinnen – es sind tatsächlich mehrheitlich männliche Streicher, aber ausschliesslich weibliche Begleiterinnen am Piano – die Noten schon etliche Zeit vorher erhalten und haben sich gründlich vorbereitet. Die Stücke sind auch sehr unterschiedlich im Charakter wie im Schwierigkeitsgrad. So hatte der kaum sechzehnjährige Koreaner Chansik Park am Sonntag ein technisch nicht schwieriges, ruhiges Stück zu be-wältigen, das aber feine klangliche Nüan-cen und eine differenzierte Bogenführung verlangt. Tags darauf musste sich der 20jährige Russe Yury Revich in hochvir-tuose Klangkaskaden stürzen, die zudem rhythmisch vertrackt sind und in kürzester Zeit auch extreme Dynamikwechsel for-dern. Er bewältigte das von Beginn an hervorragend. An der Morgenprobe er-hielt er vom Komponisten zusätzliche Hin-weise auf freiere und differenziertere Ge-staltung, um Details mehr hervortreten zu lassen. „Lassen Sie sich hier etwas mehr Zeit“ oder „halten Sie sich hier nicht streng ans Tempo“, „betonen Sie diese Note etwas stärker“, waren Hinweise zur |
Ausführung des komplexen Notentextes. Angesichts der Schwierigkeit des Noten-textes nicht einfach umzusetzende Wei-sungen. Am Nachmittag realisierte der Geiger alle diese Anregungen im teils ra-senden Tempo mit Bravour. Genau wie die ausgezeichnete Pianistin Magda Amara, welche er als Ersatz für die erkrankte Lily Maisky mitgebracht hatte. Die beiden ge-fielen auch ausserordentlich im Programm, das eine hübsche Sonate von Pergolesi, die dritte Violinsonate in d-moll von Brahms und die Sonate von Maurice Ravel aufwies. Gerade in diesem zwischen Gro-teske und Tragik oszillierenden Spätwerk Ravels bewies Yury Revich musikalische Reife und subtiles klangliches Differenzie-rungsvermögen.
Jugendliche Reife
Der ebenfalls erst gut 15-jährige Elin Kolev aus Zwickau hatte wiederum eine ruhige Hand in einem sehr gesanglichen Stück ohne Klavierbegleitung zu beweisen und bewies auch trotz seiner Jugend erstaun-liche Reife und Beherrschung des Instru-mentes. In seinem Rezital spielte er zudem die Sonate A-Dur von César Franck und zeigte darin einen edlen Ton und durchaus auch Leidenschaft. Die Pianistin Milana Chernyavska traf hier den "richtigen" Klang, etwas dominierend (was dem Werk entspricht) aber nicht vordergründig. Elin Kolev gefiel auch in der 3. Sonate "Balla-de" von Eugène Ysaÿe mit einer trefflichen Technik aber noch nicht ganz der selbst-verständlichen Brillanz. Am Mittwoch konnte die 1989 geborene Koreanerin Soo-Hyun Park, die in Wien bei Dora Schwarzberg studiert, wiederum viel Temperament und bewundernswertes technisches Können entfesseln in einem Stück von Darbellay, das „Avec énergie et agilité“ überschrieben ist. Sie glänzte mit Tamara Atschba am Klavier durchaus auch in der äusserst konzertanten |
"Kreutzer"-Sonate A-Dur von Beethoven. Jeder der Geiger hatte im zweiten Teil sei-nes Programms auch mindestens ein Bra-vourstück aus der Geigenliteratur vorzu-weisen. Chansik Park hatte Fritz Kreislers Scherzo-Caprice und "Tambourin chinois" im Gepäck.. Yury Revich mass sich an den "Zigeunerweisen" von Pablo Sarasate und gab mit der "Campanella" von Paganini als Zugabe noch einen oben drauf. Elin Kolev schloss nach der ohnehin virtuosen Ysaÿe-Sonate mit der "Faust"-Fantasie von Henrik Wieniawski. Soo-Hyun Park schliesslich beendete ihr Programm mit der "Carmen"-Fantasie von Franz Waxman.
Jean-Luc Darbellay kannte die Charaktere der acht Violinisten nicht, als er die Stü-cke komponierte. Sie wurden den acht jungen Künstlern auch recht zufällig zu-geteilt. Jeder hatte sich mit dem Werk aus-einanderzusetzen, das ihm zugesprochen war. Doch der Komponist konnte mit dem Einsatz der jungen Leute mehr als zufrie-den sein und auch beim Publikum kamen die sehr unterschiedlichen Stücke trotz der „Modernität“ ganz gut an. Dora Schwarzberg wiederum sass in jedem der Konzerte und später, vor dem Abend-essen in der Hotellobby etwa, gab sie sehr mütterliche und aufmunternde Ratschläge und Tipps. Auch sie traf ja hier auf eine kleine Auslese von lauter vielversprechen-den Hochbegabungen, von denen die einen – wie Yury Revich, der auch in seinem Rezital sehr überzeugend wirkte - schon viele Auftritte fast weltweit hat, oder der noch jüngere Elin Kolev, der in wenigen Tagen erstmals als Solist mit den Berliner Philharmonikern auftritt, schon eine Karriere anstreben, während andere trotz äusserst fortgeschrittener Technik, sich noch der weiteren Ausbildung wid-men. Von früheren solchen Konzertreihen in Gstaad sind etliche Teilnehmer heute international gefragte und geschätzte Solisten. |
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2011
Eine CD-Aufnahme als Karrierestart
An den „Sommets musicaux“ in Gstaad wird auch jährlich der „Prix Marguerite Dütschler“ verliehen.
Acht teilweise blutjunge Pianistinnen und Pianisten bewerben sich diese Woche darum, eine Aufnahme
mit Orchester machen zu dürfen.
Daniel Andres
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Mehr als andere Jahre ist der diesjährige Prix Marguerite Dütschler auf die Pianisten ausgerichtet. In früheren Jahren waren es auch Violinisten oder der Cellist Nicolas Altstaedt und auch der Harfenist Emma-nuel Ceysson, welche dank Gstaad zu ihrer ersten CD mit grossem Orchester kamen. Heuer wurden acht Pianisten eingeladen. Der erste, der knapp sechzehnjährige Ka-nadier Jan Lisiecki, der am Samstag in der Gstaader Kapelle auftrat, musste schon abwinken, denn seit einer Woche hat er einen Exklusivvertrag mit der „Deutschen Grammophon“. Der zweite Kandidat, der Franzose Adam Laloum, sagte wegen Krankheit ab, er wurde kurzfristig durch die sechzehnjährige China-Schweizerin Mélodie Zhao ersetzt. Beide dieser jungen Pianisten warfen Fra-gen auf, die auch Dmitri Bashkirov be-schäftigen, den weltweit anerkannten Kla-vierpädagogen, der weltweit Meisterkurse für Pianisten erteilt und an der Musik-hochschule Reina Sofia von Madrid Schüler unterrichtet, die in der Folge eine glänzende Karriere hinlegen.
Gegen den Jöööh-Effekt
„Es ist kein eigentlicher Wettbewerb“ er-klärt Bashkirov bei einem Gespräch, „ich bin hier um die Plattenproduzenten zu beraten, wer sich für eine Aufnahme mit Orchester eignen könnte.“ Er ist gegen
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den Jööh-Effekt, „der/die ist doch noch so jung“, für eine CD reiche das nicht. Er berät die jungen Musiker auch nicht vor ihrem Auftritt. „Ich gebe keinen Kurs, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, sage ich den jungen Leuten meine Meinung nach dem Konzert oder noch besser am nächs-ten Tag.“ Nun ist der junge Jan Lisiecki bereits am Morgen früh nach seinem Kon-zert wieder abgereist. Wie wäre das Urteil gewesen? „Er ist erst fünfzehn oder jetzt bald sechzehn, da bin ich zurückhaltend“, meint Bashkirov, der auch dafür bekannt ist, an Kursen seine Schüler auch mal mit seiner Strenge in Tränen ausbrechen zu lassen. „Er hat noch viel zu lernen. Er hat grosse Möglichkeiten, aber er realisiert sie noch nicht. Er kontrolliert sich zu sehr, er möchte alles richtig machen.“ Der junge Lisiecki hat immerhin Preise gewonnen und in Kanada und anderswo mit grossen Orchestern gespielt.
Auch mal absagen können
Bashkirov spricht vor allem auch über die Risiken und Gefahren einer jungen, steilen Karriere. Die Leute gewinnen Wettbewer-be, aber dann hört man nichts mehr von ihnen. Wenn sie zu früh Erfolg haben, ver-bauen sie oft ihre Entwicklung. Sie spielen zu viele Konzerte und haben Angst mal abzusagen, weil dann sind sie weg vom Fenster. Man muss aber auch mal absa-
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gen, auch wenn man schon „berühmt“ ist. „Noten sind Hieroglyphen“, sagt Bashki-rov, „jeder muss selbst herausfinden, was sie bedeuten, warum man etwas so oder anders spielen muss, und das braucht viel Zeit und intensive Beschäftigung mit dem Werk.“ Alle spielen Chopin, viele spielen Rachma-ninov, dabei seien diese Komponisten auch Prüfsteine für die Reife eines Pianis-ten. „Sie verlangen zwar Virtuosität, aber noch viel mehr, so muss Chopin auch im stärksten Forte immer „singen“ und genau so Rachmaninov. Beide Komponisten sind edel und vornehm in ihrer Art und werden immer noch oft falsch eingeschätzt.“
Allein vor dem Publikum
Übrigens, meint Bashkirov auch, sei ein Rezital ungemein viel schwieriger zu spielen als ein Konzert mit Orchester, wo man doch eingebettet sei, während man im Rezital, allein, sozusagen nackt und bloss vor dem Publikum sitze. Marguerite Dütschler war die Begründerin der Platten-firma Claves und sie hat sich immer stark für den Nachwuchs eingesetzt. Wer nun dieses Jahr für Claves eine Aufnahme mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rhein-land-Pfalz machen darf, weiss man Ende dieser Woche. Dmitri Bashkirov wird wohl ein entscheidendes Wort dazu sagen.
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Alle Freiheit den Solisten
Am Freitag fand in der Kirche von Saanen ein Orchesterkonzert mit der Sinfonia Varsovia unter Grzegorz
Novak statt. Solisten waren wie schon die ganze Woche zuvor zwei aufstrebende Künstler, die Pianistin
Plamena Mangova und der Cellist Johannes Moser.
Daniel Andres
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Grzegorz Novak, Principal associate con-ductor beim Royal Symphony Orchestra London, dirigierte zum ersten Mal seit Jahren wieder mal in der Schweiz. Dabei offenbarte er unwiderlegbar seine hohen Qualitäten, die darin bestehen, sowohl Genauigkeit wie einen makellosen Orches-terklang zu fordern, aber auch seine be-stechende Musikalität voll auszuleben. Diese zeigte sich vorab in den Begleitun-gen des Klavierkonzerts in Es-Dur KV 271 von Mozart und im Cellokonzert a-moll von Camille Saint-Saëns.
Roter Teppich für den Solisten
Es war grosse Klasse, wie der Dirigent dem Cellisten den roten Teppich ausbrei-tete, worauf dieser sich in aller wün-schenswerten Freiheit entfalten konnte.
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Und Johannes Moser machte davon Ge-brauch um eine betörende Interpretation des wirkungsvollen Konzertes vorzulegen, mit allen klanglichen Finessen und feins-ten Nüancen in einem faszinierenden Dia-log mit Dirigent und Orchester bei tadello-ser Technik.
Ausdrucksstarker Mozart
Ebenso schön gelang der Dialog zwischen der bulgarischen Pianistin Plamena Man-gova und dem Orchester in Mozarts „Jeu-nehomme“-Konzert, einem immer wieder staunenswerten Wurf des 21-jährigen Komponisten. Die Pianistin nahm sich etliche Freiheiten und gestaltete einen flexiblen und ausdrucksvollen Solopart, der sich aber auch durchaus in einer heu-tigen Mozartauffassung wiederfand, mit |
einigen sehr fantasievollen und passenden Überleitungen. Neben den kecken Eck-sätzen war der ausdrucksstarke c-moll- Mittelsatz, eine tragische Opernszene, ein besonders eindrucksvolles Erlebnis.
Kontrollierter Orchesterklang
Zwischen den Solokonzerten eine akku-rate Wiedergabe der „Symphonie classi-que“ von Serge Prokofieff, einem Werk in welchem der frühere Chefdirigent des Bie-ler Sinfonieorchesters und künstlerische Leiter der Festivals „Musique et Amitié“ seine genaue Kontrolle des Orchester-klangs ausspielen konnte. Auch bei Johannes Moser ergab sich ein Bezug zu Biel: der Schüler von Wen-Sinn Yang war auch mehrmaliger Teilnehmer von dessen Kursen an der Bieler Sommerakademie.
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In Gstaad, Saanen und Rougemont im Berner Oberland an der Sprachgrenze zwischen deutscher und
französischer Schweiz finden derzeit „Sommets musicaux“, musikalische Gipfel statt. Es sind vor allem
junge Interpreten, welche die Gipfel erklimmen sollen, solche, die in den letzten Jahren zu den „Rising
Stars“ gehörten und zum Teil ihr Schweizer Debüt in Gstaad gaben.
Daniel Andres
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Zu ihnen gehören Kirill Gerstein, Alex-andra Soumm, Andrei Korobeinikov, Plamena Mangova, Emmanuel Ceysson, Yevgeny Sudbin, Sergej Malov, Johannes Moser, Bertrand Chamayou, Joseph Moog, David Kadouch, Nicolas Alt-staedt, Marie-Stéphanie Janecek, David Pia, Liviu Prunaru, Adam Krzesowiec und den Trios Berolina und Morgenstern. Am dritten Festivaltag spielten David Kad-ouch in der Kapelle von Gstaad und spä- ter Nikolaï Lugansky in der Kirche von Rougemont. David Kadouch trat im Wesentlichen mit einem Programm auf, das er schon ver-schiedenen Ortes gespielt hatte, unter anderm in der Zürcher Tonhalle. Pièces de résistances sind die Préludes von Scho-stakowitsch, von denen er in Gstaad aller-dings nur eine repräsentative Auswahl spielte. Aber die kurzen Stücke mit den raschen Stimmungswechseln kommen dem etwas ungestümen Wesen des jungen Pianisten, der sich (sympathischerweise) nicht immer im Zügel hat, sehr entgegen. Er holt eigentlich aller heraus, was musika-lisch in diesen Stücken steckt. Auch die
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dritte Klaviersonate von Robert Schu-mann mit ihrem drängenden Charakter liegt dem zum Exzessiven neigenden Interpre-ten, aber der kleine Steinway-Flügel, der ihm in der Gstaader Kapelle zur Verfügung stand, liess ihm vor allem im gesanglich-lyrischen Bereich von Schumanns Musik nicht alle Möglichkeiten. Manches klang etwas hart, die Wiedergabe im Oktober in Zürich befriedigte da wesentlich mehr. Auf dem Programm die f-moll-Variationen von Josef Haydn und F. Liszt: Chor der Spinnerinnen von Liszt/Wagner. Als Zugabe der „Verlorene Groschen“ von Beethoven, in den sich Kadouch wieder mit Vehemenz stürzte. Was mir eigentlich an diesem Pianisten gefällt. Nikolaï Lugansky in der wunderschönen romanischen Kirche von Rougemont gleich jenseits der Sprachgrenze ist da schon viel abgeklärter. Die Werke, die er aufs Programm gesetzt hatte, waren sich irgendwie innerlich verwandt, obwohl er sie „zufällig“ ausgewählt hatte, wie der Künstler beim anschliessenden Fondue-Essen meinte. Eine Bach-Bearbeitung von Rachmaninov – die E-Dur Partita für
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Violine -, die zwischen Frühimpressionis-mus und Neoklassizismus oszillierende „Suite bergamasque“ von Claude Debussy wie auch die vierte Sonate von Serge Prokofieff und die abschliessenden Stücke aus „Iberia“ von Isaac Albeniz sind tonale Stücke aus der Jahrhundertwende oder dem frühen 20. Jahrhundert, die aber ei-gene Wege aus der traditionellen Funk-tions-Harmonik suchen. Auch wenn Rachmaninov der Bach’schen Violin-Par-tita eigene Harmonien hinzusetzt, gibt sich eine neue, frühmoderne Sicht auf das Werk. Lugansky, obschon mit makelloser Technik ausgestattet, wirkt beinahe zu-rückhaltend, holt aber aus dem grossen Steinway subtile Klänge hervor. Wo Pro-kofieff im letzten Satz beträchtliche Ener-gien frei setzt, hält der Pianist eindrucks-voll mit ohne sich auf Exzesse einzulassen. Da ist ein Pianist, der sich auf die Werke und nicht auf die Selbstdarstellung fokus-siert. Die Zugaben, sinnigerweise „Chasse-Neige“ von Liszt und zwei von Rachma-ninov bearbeitete Stücke von Fritz Kreis-ler, rundeten das Programm glücklich ab.
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Letzte Aktualisierung:
02. Februar 2012 .
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